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Reise des PVKB vom 7.6. – 15.6.2011 nach Südböhmen und Prag
Im Juni diesen Jahres hat der PV Kronberg-Ballenstedt neben der   Kurzreise in   den Harz  zur „Italienischen Nacht“  eine 9-tägige Fahrt nach Südböhmen und Prag organisiert. Bereits zum 3. Mal führte  damit  eine Reise auf den  Spuren deutschsprachiger  Kultur  im  gesamteuropäischen Kontext in ein östliches Nachbarland der Bundesrepublik Deutschland. Erste Zwischenstation auf tschechischem Gebiet war die Stadt Prachatitz  am  „Goldenen Steig“, der alten Handelsstrasse von Passau nach Prag. Ihr ehemaliger Reichtum, heute noch zu  sehen an den prächtigen  Fassaden der alten  Bürgerhäuser  im mittelalterlichen Stadtkern, war begründet durch ein Salzlagermonopol des nach Böhmen eingeführten Salzes. Im Rahmen der Stadtführung wurde die Gruppe zum ersten Mal im Verlauf der Reise mit der Bedeutung der Hussitenbewegung, ihren Ursachen und Auswirkungen – auch auf ein  entstehendes tschechisches „Nationalbewusstsein“ – konfrontiert;  führten  doch die Auseinandersetzungen  um  den  rechten Glauben, reformatorische und  gegenreformatorische Bewegungen in der Folgezeit zu Kriegen, die – gipfelnd im dreißigjährigen Krieg – für mehr als  zwei  Jahrhunderte  immer  wieder  Zerstörung, Not  und  Elend über  Mitteleuropa, insbesondere über deutschsprachiges Kulturgebiet brachten. Auch der Kronberger Ritter Kraft Adolf Otto wurde für Kriegsverdienste in diesem Zusammenhang mit größeren Ländereien in Böhmen belehnt.
Nur 30 km von Prachatitz entfernt liegt Böhmisch Krummau, das nach Prag zum zweitwichtigsten touristischen Ziel Tschechiens zählt. Das Hotel „Bellevue“, ein historisches Gebäude unterhalb des riesigen Schlosskomplexes in Krummau, bot den Kronbergern Unterkunft für die ersten Reisetage. Das geschlossene mittelalterliche Stadtbild mit den malerischen Gassen und die zauberhafte Lage des Städtchens an der noch jungen Moldau, die an drei Seiten die Altstadt umfließt, luden gleich am Ankunftstag zu einem ersten romantischen Abendspaziergang durch diese „Perle Südböhmens“ ein. Schloss- und Stadtbesichtigung mit Besuch des Egon-Schiele-Art-Centers und ein Folklore-Abend in der historischen Krummauer Mühle folgten am nächsten Tag. Ausflüge zum berühmten Zisterzienser Kloster in Hohenfurt und zur Burg Rosenberg waren verbunden mit einem Umzug nach Budweis in das gleichnamige Hotel. Das ehemalige Salzhandels- und Lagergebäude, erst seit kurzem zum 4-Sterne-Haus umgebaut, liegt im historischen Zentrum der Stadt und ist ein echter Geheimtip, den wir durch Zufall bei der Vorfahrt zur Reise entdeckt hatten.
Neben einer Stadtführung stand natürlich der Besuch der weltbekannten Budweiser Brauerei auf dem Programm sowie die Besichtigung berühmter Schlösser in der Umgebung. Frauenberg a.d. Moldau, auch als “böhmisches Neuschwanstein“ bezeichnet, das bezaubernde Wasserschlösschen Rothota oder der mächtige Burgkomplex von Neuhaus gehören zu einer beeindruckenden Kulturlandschaft in Böhmen, die vor allem von der bedeutenden Adelsfamilie der Rosenberger sowie den Eggenbergern, den Schwarzenbergern und dem Haus Habsburg maßgeblich mit gestaltet wurde. Heute, mehr als 20 Jahre nach Beendigung des kommunistischen Regimes und besonders seit dem Beitritt zur EU, erstrahlen viele Burgen und Schlösser sowie Klöster mit ihren umfangreichen Sammlungen wieder in altem Glanz; die Reisegruppe war von ihnen gleichermaßen beeindruckt wie von der Pracht der vielen restaurierten mittelalterlichen  Bürgerhäusern in den Städten.
Gang durch die malerischen Gassen von Krummau
Warten im Innenhof des Schlosses Frauenberg a.d. Moldau auf Beginn der Führung
Schloss Konopischtsch, das der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand vor den Toren Prags seinerzeit als zukünftige Residenz plante, war die letzte Zwischenstation auf dem Weg in die tschechische Hauptstadt. Dank der günstigen Lage des 4-Sterne-Hauses „Majestic Plaza“ in unmittelbarer Nähe vom Wenzelsplatz konnten die Reiseteilnehmer die meisten Sehenswürdigkeiten der „goldenen Stadt“ an der Moldau, die auch so unglaublich reich an prachtvollen Jugendstilgebäuden ist, bequem zu Fuß erreichen. Der geführte Stadtrundgang durch die historische Prager Altstadt mit Besuch des Gemeindehauses und durch das jüdische Viertel, die Aufführung von „Don Giovanni“ als Marionettentheater, die Fahrt mit der historischen Straßenbahn zur Prager Kleinseite, ein Privatkonzert in der berühmten Bibliothek des Strachov-Klosters und die Besichtigung des Hradschin, ein abendlicher Schiffsausflug auf der Moldau und ausreichend Freizeit für eigene Erkundungen  machten – auch Dank einer hervorragenden tschechischen Reisebegleitung und des angenehmen Sommerwetters - die Fahrt für alle Teilnehmer zu einem unvergessenen Erlebnis. Fast schon heimatlich wirkte der abschließende Besuch von Marienbad im Verlauf der Rückreise, sind es dort doch vor allem deutsche Touristen, die die Schönheit und Annehmlichkeiten des aufs prächtigste wieder restaurierten Kurbades genießen
Prag - im Hof des Stahov-Klosters
Prag - abendliche Schifffahrt auf der Moldau
Prag - Besichtigung im Kino Lucerna