Hier finden Sie uns Kontakt
Partnerschaftsverein Kronberg-Ballenstedt e.V. Geschäftsstelle c/o Brigitte Möller Hartmuthstraße 2 61476 Kronberg im Taunus oder nutzen Sie unser Kontaktformular
Fahrt des Partnerschaftsvereins Kronberg-Ballenstedt vom 19.-25.Juni nach Dessau + Ballenstedt
Reisegruppe des PV Kronberg-Ballenstedt  im Kapitelsaal des Augustinerklosters in  Erfurt am 19.6.2017
Mit   „Hammerschlägen,   die   die   Welt   veränderten“      hat   der   Augustinermönch   Dr.   Martin   Luther   am   31.   Oktober   des   Jahres   1517      offiziell   die Reformation   eingeleitet,      denn   deren   Beginn   wird   allgemein   auf   jenen   Tag   datiert,   an   dem   er   seine   95   Thesen   gegen   den   Missbrauch   des Ablasses an die Kirchentür der Schlosskirche  in Wittenberg geschlagen haben soll.
Begonnen   hatte   Luthers   kirchliche   Karriere   am   17.   Juli   1505,   als   er   an   die   Tür   des   Augustiner   Klosters   in   Erfurt   klopfte   und   um   Aufnahme   in den strengen und  reformorientierten Orden bat. Erfurt   und   das   Augustinerkloster   waren   dementsprechend   auch   die   erste   Station   auf   der   Jahresfahrt   des   Partnerschaftsvereins   Kronberg- Ballenstedt   „Auf   den   Spuren   von   Martin   Luther   und   seinen   Zeitgenossen   an   der   Schwelle   vom   Mittelalter   zur   Neuzeit“.   Der   mittelalterliche Stadtkern   Erfurts      und   das   über   700   Jahre   alte   heute   evangelische   Augustinerkloster   sowie   exzellente   Gästeführer   ließen   die   Kronberger Reisegruppe   in   eine   Zeit   eintauchen,   in   der   Kirchenfürsten   und   weltliche   Herrscher   um   Machtansprüche   rangen,      mit   prächtigen   Bauten   und als   Kunstmäzenaten   diese   Macht   demonstrativ   zur   Schau   stellten.   Es   war   die   Zeit,   als   ein   immer   selbstbewusster   werdendes   Bürgertum   und die   notleidende   Landbevölkerung   eben   gegen   jene   Obrigkeit   auf   begehrten,      alle   aber   –   noch   streng   im   mittelalterlichen   Glauben   verankert   nach Sünde und Buße um das ewige Seelenheil fürchteten.
Der   florierende   Ablasshandel   und   Luthers   erste   Disputationsschriften   gegen   jenen   ausufernden   Ablasshandel   sowie   die   Einbindung   und   Unterstützung   durch   seine   engsten   Weggefährten und   bedeutenden   Zeitgenossen   wie   Philipp   Melanchthon   (Humanist),   Lucas   Cranach   (Maler,   Graphiker,   Verleger   u.a.)   Georg   Spalatin   (Diplomat),   Friedrich   der   Weise   (sächs.   Kurfürst)   und dessen Nachfolger Bruder Johann und Neffe Johann Friedrich waren vor allem in der Reformationsstadt Wittenberg Thema für die Kronberger. Viele   Millionen   Euro   sind   dort   in   den   letzten   Jahren   investiert   worden,   die   Altstadt   Wittenbergs   und   die   wichtigsten   Lutherstätten   sowie   auch   hier   hervorragende   Gästeführer   ließen   die Besichtigungen trotz straffem Programm zu einem beeindruckenden Erlebnis werden. Das   bequeme   4-Sterne   Radisson-Hotel   in   Dessau   und   bestes   Sommerwetter   sorgten   für   entspannenden   Ausgleich   während      der   ersten   Reisetage,   die   nicht   nur   ins   nahe   Wittenberg sondern   auch   nach   Torgau   an   der   Elbe   führten.   Das   mächtige   Renaissanceschloss   Hartenfels,   ehemalige   Residenz   der   sächsischen   Kurfürsten   in   Torgau,   war   im   16.   Jahrhundert   das politische Zentrum in Sachsen und für die Reformation. Durch   die   Begegnung   zwischen   sowjetischen   und   amerikanischen   Soldaten   am   25.   April   1945   am   Elbufer   erlangte   die   Stadt   in   der   jüngeren   deutschen   Geschichte   historische   Bedeutung als   Symbolträchtiger   Ort      des   nahen   Kriegsendes.   Die   Besichtigung   von   Stadt   und   Schloss,   das   monumentale   sowjetische   Soldatendenkmal   an   der   Elbe   spannten   einen   weiten   Bogen   über 500 Jahre deutsche Geschichte – gleichermaßen beeindruckend wie bedeutende Reformationszeugnisse während des gesamten Reiseverlaufs. Ballenstedt   und   das   dortige   Schlosshotel   „Großer   Gasthof“   waren   für   den   zweiten   Teil   der   Fahrt   Ausgangspunkt   für   Tagesausflüge   ins   nahe   Mansfelder   Land   mit   den   Lutherstädten Mansfeld   und   Eisleben   sowie   nach   Magdeburg.   Heinz   George,   der   regelmäßig   auf   dem   Kronberger   Weihnachtsmarkt   am   Ballenstedter   Stand   für   die   regionalen   Erzeugnisse   aus   dem   Harz wirbt,   ließ   es   sich   nicht   nehmen,   die   Kronberger   Gruppe   bei   diesen   Ausflügen   zu   begleiten   und   über   Land   und   Leute      zu   berichten.   Abends   saß   man   mit   den   Ballenstedter   Freunden zusammen,    die    extra    für    die    Kronberger    Gäste    eine    Harzhexe    zum    vergnüglichen    Auftritt    gerufen    hatten    –    entspannendes    Kontrastprogramm        zu    deutscher    Kultur-    und Reformationsgeschichte.. Zum Abschluss der 7-tägigen Fahrt  wurde mit der Besichtigung von Eisenach und besonders mit dem Besuch der nationalen Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“  auf der Wartburg, der „deutschesten aller Burgen“,  ein letzter Höhepunkt der an vielen interessanten Eindrücken so reichen Reise  gesetzt. Auch dort brachten exzellent vorbereitete Gästeführer das Reformationsgeschehen, dessen Einfluss auf Kultur, Politik, Gesellschaft, auf Musik aber auch auf den Missbrauch Lutherischer Schriften durch die Nationalsozialisten  und die „eigene Interpretation“  der Person Luthers durch das DDR-Regime  in beeindruckender Weise der Kronberger Reisegruppe näher.  Mit einem entsprechend bebilderten Reisebericht wird der Partnerschaftsverein Impressionen und Atmosphäre einer gelungenen Fahrt zu bedeutenden Lutherstädten im mitteldeutschen Raum nochmals aufleben lassen.