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Ausstellung Indonesische Batik in der Ballenstedter Schlossgalerie
Vom 02. Juli bis 11. September 2011 ist in der Galerie des Schlosses Ballenstedt eine Gemeinschaftsausstellung der Galerie Smend/Köln und Annegret Haake/Kronberg zu sehen. Sie bezieht sich auf den Eintrag dieser Kunstform in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes 2009. Der Titel ist UNESCO-Weltkulturerbe 2009: Indonesische Batik.
Batik ist eine uralte Textilfärbetechnik, bei der Wachs als Reserve dient. Im Lauf der Jahrhunderte wurde sie auf Java zur Höchstform entwickelt. Die Ausstellung zeigt ebenso die Herstellung wie die traditionelle Verwendung der Tücher als Kleidungsstück und geht auf die zahlreichen Muster und ihre Bedeutung für die Träger ein. Viele Muster hatten „Schutzfunktionen, die böse Mächte abwehren sollten“, andere dagegen „dienten nur der Schönheit des Trägers bzw. der Trägerin“. In Zentraljava wird - zumindest bei Hochzeiten und anderen rituellen Festen - die Bedeutung der Muster noch beachtet. Bis heute geht z. B. ein höflicher Javaner nie in den Bereich des noch existenten Sultanspalastes bekleidet mit Mustern, die dem Herrscher bis 1945 laut Gesetz vorbehalten waren. Fremdeinflüsse aus China, Arabien und Europa kennzeichnen die besonders bildhaften, vielfarbigen Batiken der Küstengebiete Javas, die seit etwa 1800 auch bei den Kolonialherren und auf andern Inseln des Archipels beliebt waren. Alle Volksschichten schmückten sich damit, sofern sie es sich leisten konnten. Die Herstellung eines feinen „Kain Batik“ (so nennt man das Hüfttuch) war schon immer eine aufwändige und zeitraubende Tätigkeit. Bei der Bestellung eines besonders feinen von Hand gezeichneten Stückes muss man sich heute auf eine Wartezeit von etwa zwei Jahren einstellen. Der Preis ist entsprechend hoch. Im 19. Jh. wurden Rapportstempel „Cap“ aus Kupfer entwickelt, die den Wachsauftrag beschleunigten. Aber auch die passgenaue Herstellung eines Satzes dieses „Cap“ ist sehr aufwändig und macht sich im Preis bemerkbar. Billige Druckerzeugnisse aus China und Malaysia überfluten nun den indonesischen Markt und machen den traditionellen Batikmustern Konkurrenz. Ein Kapitel der Ausstellung wird auch diesen Nachahmungen und ihrer Erkennung gewidmet sein. Vorrang haben aber die echten indonesischen Batiken aus Vergangenheit und Gegenwart, gesammelt von den Ausstellern. Die Bemühungen der indonesischen Vereinigung der Batikliebhaber, „Sekar Jagad“, dieses Kunsthandwerk für die Nachwelt zu erhalten, wurde nun durch die Entscheidung der UNESCO unterstützt.
(Text und Bilder von Frau Haake / Kronberg)
Klassische Batik
Semen Rama
Tambal Pamiluto
wayang
Topeng
Pekalongan Lasem
Die Aussteller
Batikstand